Freitag, 14 Dezember 2018 09:17

Wer bekommt die Milliarden ?

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Bienensterben, Kükenschreddern, Gülle-Irrsinn: Die EU müsste dringend die Agrarwende durchsetzen. Stattdessen will sie der ökologischen Landwirtschaft ans Geld und die Agrarriesen noch stärker fördern. Doch wir machen das nicht mit. Anfang Januar geht es los mit der großen „Wir haben es satt!“-Demo in Berlin.

das hätten die Agrarminister der EU wohl gerne geheim gehalten: Ein unveröffentlichtes Papier zeigt, wie sie sich die Zukunft der Landwirtschaft vorstellen. Ihre Pläne sind ein Schlag gegen Umwelt und Klima: Sie wollen die Fördermittel für umweltfreundliche Landwirtschaft zusammenkürzen. Die Agrarriesen sollen hingegen weiter Milliarden bekommen, ohne dass sie mehr für die Umwelt tun müssen. Unfassbar! Dabei sind die Folgen der industriellen Massenlandwirtschaft fatal: So ist bereits die Hälfte der über 500 Wildbienenarten in Deutschland gefährdet.[1] 

Die Agrarminister/innen der EU-Staaten entscheiden demnächst über die Verteilung von 50 Milliarden Euro pro Jahr. Wir fordern: Dieses Geld soll vor allem Betriebe belohnen, die sich um den Naturschutz bemühen – sonst sieht es nicht nur für die Bienen düster aus. Allerdings sitzt für Deutschland Agrarministerin Julia Klöckner (CDU) mit am Tisch. Und sie ist bisher nicht gerade als Umweltschützerin bekannt. Wir müssen ihr jetzt kräftig Dampf machen, bei den EU-Verhandlungen für eine umwelt- und klimafreundliche Landwirtschaft einzustehen.

Der Startschuss ist im Januar: Bei der großen, bunten und friedlichen „Wir haben es satt“-Demo fordern wir mit Tausenden eine neue Landwirtschaft. Julia Klöckner soll bei der abendlichen „Tagesschau“ verstehen, dass wir Bürgerinnen und Bürger die Agrarwende wollen. Den Schwung der Demo nehmen wir dann mit: zu vielen Aktionen, nicht nur bei Klöckner, sondern auch bei EU-Abgeordneten.

Die Agrarbarone sind schon ganz gespannt, mit was sie rechnen können. Denn die EU-Agrarminister beschließen ihren Haushalt für die nächsten sieben Jahre. Es geht um mehr als 50 Milliarden Euro – pro Jahr. Und darum, wie viel von diesem Geld in Umwelt- und Klimaschutz fließt – und wie viel auf Pestizidackern und Monokultur-Feldern landet.

Das jetzt bekannt gewordene Papier des Ministerrates zeigt: Ein Viertel des Fördergeldes, das bis jetzt an umwelt- und klimafreundliche Landwirtschaft geht, soll verschwinden.[2]  Geld bekommen dann vor allem Bauern, die bereits viel Land haben – und schon jetzt den Großteil der EU-Gelder erhalten. Sie aber verwandeln immer mehr natürlichen Lebensraum in Ackerwüsten – und tragen so zum rapiden Artensterben bei.

Wir fordern: Das Geld muss vor allem an die Landwirt/innen fließen, die Tiere und Pflanzen schützen.

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